Fall-Briefing

Dr. Eleanora Voss widmete ihre Karriere dem, was sie „die unbequemen Wahrheiten, die offen sichtbar an den Museumswänden hängen“ nannte. Als Absolventin des Courtauld Institute mit einem Doktortitel der Sorbonne baute sie sich über zwei Jahrzehnte den Ruf einer der weltweit führenden Expertinnen für Kunstprovenienz auf — die Erforschung von Besitzgeschichten, die offenlegen, wie Kunstwerke vom Schöpfer zum Sammler wandern, mitunter über Wege, die Diebstahl, Krieg und Ausbeutung einschließen. Die Ausstellung „Gestohlenes Erbe“ war ihr Opus magnum, die Krönung von fünf Jahren Forschung zu Kunstwerken in großen westlichen Institutionen, deren Besitzketten Lücken, Fälschungen oder dokumentierte Kriegsplünderungen aufwiesen. Was die Ausstellung einzigartig brisant machte, war Voss' Entscheidung, auch Stücke aus der Sammlung ihres eigenen Museums einzubeziehen — ein Schritt, der die Schau von einer abstrakten akademischen Übung in eine direkte Kritik an der eigenen Institution verwandelte. Hinter den Kulissen war die Ausstellung längst zu einem politischen Schlachtfeld geworden. Direktor Haywood sah in ihr institutionelle Selbstverstümmelung. Der Vorstand war gespalten. Mäzene drohten, ihre Förderung zurückzuziehen. Und im Zentrum von allem stand Voss, die jeden Kompromiss und jeden Aufschub ablehnte und darauf beharrte, dass die Wahrheit wichtiger sei als Bequemlichkeit. Ihrer Schwester sagte sie in ihrem letzten Telefonat, die Ausstellung werde „das Wichtigste sein, was ich je getan habe — und womöglich das Letzte, was ich an diesem Museum tue“. Diese Worte erwiesen sich als prophetischer, als irgendjemand hätte ahnen können. Am Abend ihres Todes war Voss lange geblieben, um letzte Anpassungen am Aufbau der Galerie vorzunehmen, wie jeden Abend in jener Woche. Sie brühte ihren Kaffee, setzte sich an ihren Schreibtisch — und stand nie wieder auf.

Die Verdächtigen

4 Personen hatten die Mittel, das Motiv oder die Gelegenheit. Nur eine von ihnen ist der Täter.

Was Sie untersuchen werden

Arbeiten Sie die komplette Fallakte durch wie ein echter Ermittler: Polizeibericht, Tatortbegehung, Verhöre aller Verdächtigen, Sachbeweise und Tonaufnahmen. Gleichen Sie Aussagen mit den Beweisen ab, finden Sie die Widersprüche — und erheben Sie Ihre einzige Anklage erst, wenn Sie sicher sind.

Die Beweisakten: Vergiftete Kaffeetasse, Browserverlauf des Direktors, Schlüsselkarten-Protokoll nach Feierabend, Akten zur Provenienzvertuschung, Einweghandschuhe im Abfalleimer

SchwierigkeitMITTEL
Verdächtige4
Beweisakten5
Spielzeit45–60 Minuten
ZugangPremium

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