Stararchitekt Henrik Voss wird tot am Zeichentisch seines verglasten Penthouse-Büros gefunden, zusammengesunken über den Plänen seines Lebenswerks — eines revolutionären Wolkenkratzers. Scopolamin, der finstere „Atem des Teufels“, drang über die Haut ein — direkt von den Bauplänen, die er prüfte. Jemand baute den perfekten Mord in seinen letzten Entwurf ein.
Henrik Voss war Architektur in Menschengestalt — eine überragende Erscheinung, körperlich wie beruflich, deren Bauten die Skylines von Dubai, Shanghai, London und New York zierten. Seine Entwurfsphilosophie, die er „strukturelle Poesie“ nannte, verband mathematische Präzision mit einer beinahe spirituellen Ehrfurcht vor Licht und Raum. Doch Henriks künstlerische Brillanz koexistierte mit einer tiefgreifenden persönlichen Selbstsucht. Er betrachtete Menschen so, wie er Baumaterialien betrachtete — nützlich wegen ihrer spezifischen Eigenschaften und entsorgt, sobald man sie nicht mehr brauchte. Kai Nishida kam als idealistischer junger Architekt zu Voss & Partners, der an die Kraft nachhaltigen Entwerfens glaubte, die Welt zu verändern — und Henrik sah in ihm eine ergiebige Ader an Innovation, die es auszubeuten galt. Über drei Jahre hinweg erntete Henrik systematisch Kais originellste Ideen — die Konzepte, die Kais eigene Karriere hätten prägen sollen — und präsentierte sie der internationalen Architekturwelt als seine eigenen. Die Einreichung für den Pritzker-Preis war der letzte, unverzeihliche Diebstahl. Für Kai ging es dabei nicht bloß um berufliche Anerkennung; es ging um Identität. Die Ideen eines Architekten sind keine Produkte — sie sind Erweiterungen seines Bewusstseins, Visionen davon, wie die Welt geformt werden sollte. Sie zu stehlen heißt, den Menschen auszulöschen, der sie ersonnen hat. Kais Antwort war von dunkler Poesie: Er machte Henriks eigene Blaupausen — die physische Manifestation der gestohlenen Ideen — zum Werkzeug des Todes. Die mit Scopolamin präparierten Zeichnungen stellten sicher, dass Henrik bei dem sterben würde, was er am meisten liebte: bei der Durchsicht eines Werkes, das nie wirklich seines gewesen war.
4 Personen hatten die Mittel, das Motiv oder die Gelegenheit. Nur eine von ihnen ist der Täter.
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Die Beweisakten: Kontaminierte Blaupausenbögen, Feinzerstäuber, Chemikalienbestellung, Überwachungsaufnahmen aus dem Büro, Plagiierte Entwurfsunterlagen
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