Die Society-Lady Vivienne de Luca wird während eines extravaganten Maskenballs tot zwischen den Rosen im Garten eines venezianischen Palazzos aufgefunden. Da jeder Gast eine Maske trägt, könnte der Täter jeder sein — doch das Zyanid in ihrem Champagner grenzt den Kreis ein.
Der Maskenball im Palazzo Contarini sollte das gesellschaftliche Ereignis des venezianischen Winters werden — eine Feier von Vivienne de Lucas fünfzigstem Lebensjahr und, in ihren Augen, die Erklärung, dass sie aus ihrer erbitterten Scheidung strahlender und mächtiger denn je hervorgegangen war. Den Palazzo wählte sie mit Bedacht: Er war der Stammsitz der Familie de Luca, erstritten in der Scheidungsvereinbarung, und ihren Geburtstag dort auszurichten war eine letzte, glitzernde Machtdemonstration gegenüber ihrem Ex-Mann.Was Vivienne nicht begriff — oder vielleicht begriff und schlicht nicht beachtete —, war die Konstellation von Ressentiments, die ihr glamouröses Leben umkreiste. Marco pflegte seine Enteignung wie eine Wunde, die sich nicht schließen wollte. Sofia sah zu, wie ihre Geschäftspartnerin Firmengelder für persönlichen Luxus ausgab und zugleich jeden Versuch der Rechenschaftspflicht blockierte. Enzo liebte eine Frau, die seine Hingabe als Annehmlichkeit behandelte — im Privaten genossen, in der Öffentlichkeit geleugnet.Und dann war da Gianna Ferraro, die Frau, deren Ehemann Vivienne vor drei Sommern auf einer sonnendurchfluteten Terrasse in Positano verführt hatte. Giannas Ehe überlebte, doch etwas Wesentliches in ihr überlebte nicht. Sie nahm Viviennes Auftrag nicht trotz der Affäre an, sondern ihretwegen — die Planung des Maskenballs wurde zur Architektur der Rache, und jedes Detail diente einem doppelten Zweck: ein prachtvolles Fest zu erschaffen und einen perfekten Mord zu inszenieren.Gianna verstand, dass ein Maskenball einem Mörder einzigartige Vorteile bot. Gesichter waren verborgen. Bewegungen waren schwer nachzuverfolgen. Das Durcheinander aus Masken, Kostümen und Champagner würde jede Zeugenaussage trüben. Sie hatte acht Monate Zeit zu planen — mehr Zeit, als sie je auf eine Veranstaltung verwendet hatte —, und sie nutzte jeden einzelnen Tag. Die maßgefertigte Champagnerflöte war das Herzstück ihres Entwurfs: ein Glas, das auf den ersten Blick den anderen glich, sich aber präzise für Viviennes Hand platzieren ließ.Am Ende wurde das aufwendigste Fest, das Venedig seit einer Generation gesehen hatte, zum aufwendigsten Tatort — und die Masken, die der Feier Geheimnis verleihen sollten, verliehen es stattdessen dem Verbrechen.
4 Personen hatten die Mittel, das Motiv oder die Gelegenheit. Nur eine von ihnen ist der Täter.
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Die Beweisakten: Maßgefertigte venezianische Champagnerflöte, Gelöschter Browserverlauf (Giannas Laptop), Gartenplan & Inszenierungsplan für den Toast, Giannas privates Tagebuch, Zeitgestempelte Bilder des Gesellschaftsfotografen
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